SuS der Q2 üben sich erfolgreich in Planspielen

von Stefan Hein

Planspiele in der Q2

Schülerinnen und Schüler des PW-Leistungskurses und weitere Interessierte aus den Grundkursen nahmen an einem Seminar zum Thema „Die Dritte Welt im Spannungsfeld der Globalisierung – Eine Einführung in die Entwicklungspolitik“ teil. An der Fridtjof-Nansen-Akademie in Ingelheim setzten sich die Teilnehmenden mit verschiedenen Fragen und Aspekten aus dem Bereich der Entwicklungspolitik, u.a. an konkreten Länderbeispielen (Ruanda) oder Regionen (Lateinamerika), auseinander. Ziel des dreitägigen Seminars war es, die Schülerinnen und Schüler nicht nur für unterschiedliche Lebensbedingungen weltweit und deren Ursachen zu sensibilisieren, sondern ihnen auch Gestaltungsansätze zu vermitteln, mit denen sie als mündige Bürgerinnen und Bürger Einfluss auf globale Entwicklungen nehmen können. So wurde zum Abschluss der Veranstaltung die Bedeutung von „Fair Trade“ als Beispiel für nachhaltigen Konsum thematisiert. Die Unterbringung erfolgte in der Jugendherberge in Bad Kreuznach. Die 40 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler erlebten ein sehr interessantes, perfekt organisiertes und methodisch abwechslungsreich gestaltetes Seminar an einem außerschulischen Lernort.

Bei WIWAG, einem von der Joachim-Hertz-Stiftung zur Verfügung gestellten Planspiel, handelt es sich um ein wirtschaftsorientiertes Planspiel, genauer eine Management-Simulation, die den Teilnehmenden betriebs- und volkswirtschaftliche Grundkenntnisse näherbringen soll. Wer die Managerinnen und Manager über die drei Tage sah, traute wohl seinen Augen kaum – so viele „Business Casual“ gekleidete Menschen sieht man selten in der ELO. Die 30 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler gründeten in 6er-Gruppen insgesamt fünf verschiedene Unternehmen, die miteinander im In- und Ausland konkurrierten, da alle das gleiche Produkt, bei dem es sich in diesem Jahr nach demokratischer Entscheidung um Parfüm handelte, herstellten. Sie entschieden dabei über Personalplanung, Kapitalbeschaffung, Produktion, Forschung und Entwicklung sowie Absatz- und Marketingkonzepte. Die Teilnehmenden mussten jede Menge Situationsaufgaben in relativ kurzer Zeit mit viel Kreativität (z.B. ein Werbekonzept entwickeln) bearbeiten. Ein wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang war der Erwerb verschiedener Kompetenzen in Bereichen wie Präsentationstechnik, Arbeiten im Team, Erstellen von Dokumentationen und die Identifikation mit verschiedenen Interessen und den damit verbundenen Rollen.

Mittlerweile zum dritten Mal setzten sich knapp 20 Schülerinnen und Schüler mit den Schwierigkeiten internationaler Klimaschutzpolitik im Rahmen des an der ELO entwickelten Planspiels UN-Klimakonferenz auseinander. Ziel war es, handlungsorientiert erfahrbar zu machen, weshalb bislang Klimaschutzpolitik ein langwieriges und stark umkämpftes Politikfeld darstellt. Die Schülerinnen und Schüler übernahmen hierfür in Zweierteams die Repräsentation einzelner Staaten (USA, Tuvalu, Südafrika, China, usw.) und lernten in komplexen Verhandlungssituationen (im Plenum und informellen Gesprächsrunden), in welchem spannungsreichen Feld von nationalstaatlichen Interessen und globalen Zielen sich Klimaschutzpolitik bewegt. Eine besondere Herausforderung kam wiederum auf die Konferenzleitung zu, die fortwährend mit der Organisation und der Arbeit an einem globalen Klimaschutzvertrag beschäftigt war. Da auch die „Presse“ anwesend war, konnten der Prozess und die teilweise hitzigen und kontroversen Diskussionen zwischen den Konferenzbeteiligten anschaulich für alle Anwesenden dokumentiert werden (Artikelüberschrift Tag 2: „Politik aus dem Planschbecken“). Wenngleich auch diese Klimakonferenz letztlich keinen entscheidenden Durchbruch erzielen konnte (insbesondere bei konkreten Details kam es nur zu Absichtserklärungen), werteten die Schülerinnen und Schüler in einer abschließenden Reflexion ihrer dreitägigen Spielerfahrungen ihre hart erarbeiteten Ergebnisse zu recht als wichtigen (Lern-)Erfolg.     

Text: Fachschaft Politik und Wirtschaft              

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